Spektakel mit zwölf Treffern am nördlichen Stadtrand

FC Kosova – FC Neumünster: 6 (4) – 6 (1)

Kosova1Spektakel mit zwölf Treffern am nördlichen Stadtrand: phänomenale Aufholjagd der A-Junioren gegen den bisher verlustpunktlosen Leader FC Kosova nach zwischenzeitlichem 1 – 5 Rückstand.

Die Gemütslage der A-Junioren vor dem Spiel liess sich relativ gut erahnen: Auswärtsspiel beim bislang verlustpunktlosen Tabellenleader und vorzeitigen Meister in der Gruppe 5, dem FC Kosova, der in den bisherigen 8 Partien lediglich 9 Gegentreffer hatte hinnehmen müssen, während gegen vorne die Tormaschine zuverlässig lief und stolze 61 Treffer produziert hatte. Coach Eggenberger hatte vorzusorgen versucht und für die Partie auch Yann aufgeboten, der normalerweise in der ersten Mannschaft spielt, die aber an diesem Sonntag spielfrei war.

Trotz der klaren Ausgangslage starteten die Grünroten frech und unbekümmert und erzielten kurz nach dem ersten Umgang des Sekundenzeigers durch Cyril den Führungstreffer. Während also die Offensivkräfte der Gäste bewiesen hatten, dass sie hellwach waren, zeigte die Defensivabteilung deutliche Anlaufschwierigkeiten, kamen doch die dynamischen und gut eingespielten Platzherren im Gegenzug bereit zum Ausgleichstreffer – dahin die Chance, den souveränen Tabellenleader etwas nervös machen zu können. Die Dinge schienen dann den erwarteten Gang zu nehmen, als sich die Kosovaren mit einem Doppelschlag in der 16. und 17. Minute um zwei Längen absetzen konnten und rund zehn Minuten später für klare – und vermeintlich abschliessende – Verhältnisse mittels eines schönen Freistosses sorgten. Zumal sich auch nach der Pause lange Zeit keine Wende abzeichnete und die Platzherren mit dem 5:1, erzielt mit einem blitzschnellen Konter in der 50. Minute sogar noch einen draufsetzen konnten.

Die Mannschaften des FCN zeichnen sich selten durch spektakuläre Comebacks aus, die
Vätertroika an der Seitenlinie konnte sich trotz rund einem Dutzend Jahre Mitfieberns
zumindest nicht an ein solches Ereignis erinnern. Zu kompakt standen zudem die
Platzherren Heimteam, mit schnellen Passfolgen und konsequentem Körpereinsatz
beherrschten sie das Spiel. Der zweite Treffer von Cyrill wurde deshalb auch primär als
Ausdruck von guter Moral und Sportgeist verstanden. Erste Hoffnungen auf ein
Erfolgserlebnis kamen erst in der 66. Minute auf, als Yann fadengerade von Halblinks zum
3:5 traf, nachdem noch kurz zuvor ein Treffer wegen Abseits aberkannt worden war.

Euphorie brach vollends aus, als Lukas und Yann in der 76. und 77. Minute mit einer
Doublette den Ausgleich erzielten – und damit die Verletzbarkeit der heimischen Defensive
gnadenlos offenlegten, die für lange Zeit dank eines überlegenen Auftritts des Mittelfeld hatte kaschiert werden können: in vielen Situationen herrschte nun im Strafraum der Platzherren heillose Panik und ihre Verteidiger hatten zunehmend Mühe, sich aus der eigenen Hälfte zu befreien, dermassen konsequent betrieben die Grünroten ihr Forechecking. Die Früchte dieser spektakulären Aufholjagd schienen sich in der Folge allerdings doch noch in Nichts aufzulösen, als die Einheimischen in der ersten Minute der Nachspielzeit den neuerlichen Führungstreffer erzielten. Damit war aber noch immer nicht Schluss, und es spricht für die A-Junioren, dass sie nicht aufsteckten, sich weiterhin in der Platzhälfte der Gastgeber einnisteten und in der Schlussminute durch Cyrill zum umjubelten und letztlich auch verdienten Schlussstand von 6 – 6 kamen.

Damit wurde auch die Taktik von Rolf Eggenberger von Erfolg gekrönt, der bis weit in die zweite Halbzeit hinein auf die Anfangsformation vertraute und mit der Erkenntnis, dass diese Elf auf dem Platz immer besser ins Spiel fand, nur dosiert Einwechselspieler aufs Feld schickte. Und dies ganz im Gegensatz zu seinem Pendant, der nach dem vermeintlich entscheidenden 1 – 4 teilweise
ganze Blöcke auswechselte.

Ein Spiel also, das für die wetterfesten Zuschauer ein unerhörtes Spektakel und allen
Aktiven ein echtes Karussellerlebnis bot. Kein Sieg wurde je frenetischer bejubelt als dieses
Unentschieden, Coach Eggi verpflichtete sich spontan, eine Runde auszugeben, und die
Väter an der Seitenlinie überfiel ebenso spontan die Lust , für einmal wieder einen
Matchbericht zu schreiben, um diese phänomenale Leistung ebenfalls gebührend zu
würdigen.

(TE)

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